© Peter Wels, Hamburg
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© ingenhoven architects
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© Holger Knauf
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© Achim Birnbaum
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© HGEsch
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HAUPTBAHNHOF STUTTGART, DEUTSCHLAND

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Locatie
Jaar
2021

Die Blütezeit der Bahnhöfe im 19. Jahrhundert war von wahren Kathedralen der Modernde in den Großstädten Europas geprägt. Bahnhöfe wurden meist am Rande der historischen Stadtkerne errichtet, die um diesen herum wuchsen – wodurch aber die Gleise zu einem Stolperstein der Stadtentwicklung wurden. Dies trifft insbesondere auf Stuttgart zu, denn die südwestdeutsche Metropole liegt in einem engen Talkessel und die Anbindung des vorhandenen Kopfbahnhofs an das wachsende Netz europäischer Hochgeschwindigkeitsstrecken ist schwierig. Im rechten Winkel zu den existierenden Gleisen entsteht in einem unterirdischen Tunnel eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke, die Freiraum für ein neues Stadtviertel schafft. Das Projekt „Stuttgart 21“ sieht die Verlegung der neuen Gleise bis zu 12 m unter dem bisherigen Gleisnetz vor, während das von Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer 1922 erbaute, denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude erhalten bleibt. Der Bahnhof bildet den Kern der weiteren Stadtentwicklung sowie die Schnittstelle zu dem alten und neuen Herzen der Stadt. Er verleiht Stuttgart eine engere Anbindung an Europa und darüber hinaus eine neue Stadtmitte, denn der Schlossgarten – das grüne Herz und die wichtigste öffentliche Grünanlage Stuttgarts – wird über dem neuen Bahnhof erweitert.

Der von ingenhoven architects entworfene neue unterirdische Bahnhof besticht insbesondere mit Helligkeit und einer visuellen Offenheit, die Ästhetik und Sicherheitsvorteile verbindet. Der neue Bahnhof besitzt eine rein auf Druck belastete, weiße Betonstruktur mit minimaler Aufbauhöhe. Die Stärke der optimierten Schalenstruktur wurde auf ein Hundertstel der Spannweite reduziert, was einen erheblich geringeren Materialeinsatz ergibt. Wiederverwendbare Betonschalungen und modulare Fertigteile erhöhen die Effizienz der Bauarbeiten. Ein eigens entwickelter Spezialbeton macht die architektonische Struktur durch Sichtbetonflächen, die ohne Brandschutzverkleidung auskommen, offen erkennbar.

Tagsüber wird die Bahnhofshalle mittels großer Lichtaugen mit natürlichem Licht beleuchtet. Zugleich kommunizieren die Lichtaugen die Präsenz des unterirdischen Bahnhofs an die Passanten darüber. Die 16 Gleise und 17 Bahnsteige des jetzigen Kopfbahnhofs werden auf acht Gleise und vier Bahnsteige bei erhöhter Effizienz und verkürzten Reisezeiten reduziert.

CO2-Emissionen werden durch intelligenten Einsatz natürlicher Energien und Ressourcen vermieden. Der „Null-Energie-Bahnhof“ benötigt keine Energiezufuhr für Heizung, Kühlung oder mechanische Belüftung, sondern nutzt Wärme aus dem Grundwasser und Luftströme in den Tunneln. Darüber hinaus ist eine eigene Energieerzeugung mit Solarmodulen auf dem Dach des Bahnhofsgebäudes vorgesehen.

Die Integration des neuen Bahnhofs mit den neuen öffentlichen Räumen und Grünflächen ins Stadtgewebe verleiht dem Stuttgarter Stadtzentrum eine neue Qualität. Die einzigartige naturnahe Gestaltung der Bahnhofshalle ergibt eine dauerhaft ästhetisch-elegante tragende Konstruktion. Der Entwurf von Stuttgart 21 setzt die neue Ära des Eisenbahnverkehrs in einer zeitgemäßen Form um.

Gebaut
Internationaler Wettbewerb 1997, 1. Preis
Ausführung 2009 - 2021
BGF 185,000 m²

Bauherr
Deutsche Bahn AG, Berlin
vertreten durch DB ProjektBau GmbH, Stuttgart

Generalplaner
ingenhoven architects

Architekt
ingenhoven architects, Düsseldorf
Team: Christoph Ingenhoven, Klaus Frankenheim, Hinrich Schumacher, Dieter Henze, Stefan Höher, Annemone Ingenhoven-Feld, Christian Kawe, Peter Pistorius, Bjørn Polzin, Frank Reineke, Marc Böhnke, Barbara Bruder, Ralf Dorsch-Rüter, Peter Jan van Ouwerkerk, Alexander Prang, Michael Reiß, Takeshi Semba, Maximo Victoria, Tom Wendlinger, Harald Wennemar, Lutz Büsing

Wissenschaftliche Unterstützung
Formfindung, Gestalt, Konstruktion und Struktur
Frei Otto, Leonberg

Tragwerksplanung
Ingenieurarbeitsgemeinschaft Tragwerksplanung S21 Hauptbahnhof GbR
Leonhardt, Andrä und Partner, Stuttgart
Happold Ingenieurbüro, Berlin
Werner Sobek, Stuttgart

Fassadenplanung
DS-Plan, Stuttgart
Werner Sobek, Stuttgart

Technische Gebäudeausrüstung
DS-Plan, Stuttgart
HL-Technik AG Beratende Ingenieure, Frankfurt a.M.
Kofler Energies, Frankfurt a.M.

Bauphysik
DS-Plan, Stuttgart

Brandschutz
BPK Brandschutz Planung Klingsch, Düsseldorf

Durchströmungsanalyse
IFI Institut für Industrieaerodynamik, Aachen

Lichtplanung Kunst- und Tageslicht
Tropp Lighting Design, Weilheim

Freiraumplanung
ingenhoven architects
WKM Weber Klein Maas Landschaftsarchitekten, Meerbusch

Verkehrsplanung
Ingenieursgruppe für Verkehrsplanung und Verfahrenstechnik, Aachen
Durth Roos Consulting, Darmstadt

Projektsteuerung
Drees & Sommer Infra Consult & Management, Stuttgart

Auszeichnungen
2007 International Architecture Award
Holcim Awards Gold 2006 – Global
Holcim Awards Silver 2005 – Europe
MIPIM Architectural Review Future Project Awards 2005
BE Bentley Empowered Awards 2004 – nominiert

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