Städtische Poliklinik 1936
Photo © BAZ Wolf Bender's Erben
Haupteingang 1936
Photo © BAZ Wolf Bender's Erben
Publikumslenkung durch übersichtliche Orientierung im Treppenhaus
Visualisation © studio 12
Einladender Einblick zum Empfang durch hohe Transparenz
Visualisation © studio 12
Heitere Farbigkeit und angenehme Raumstimmung für das Warten
Visualisation © studio 12
Querschnitt - Publikumsperimeter mit warmem, textil anmutendem Vorhang
Dessin © nik biedermann architekt
Längsschnitt - Grosszügige Verteilung der Aktivitäten auf den Regelgeschossen mit Publikum
Dessin © nik biedermann architekt
Erdgeschoss - Logischer Bewegungsablauf für alle
Dessin © nik biedermann architekt
Geschossgrundrisse im Mst 1:200
Dessin © nik biedermann architekt

Instandsetzung / Umnutzung Städtische Poliklinik

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Lieu
Herman-Greulich-Strasse 70, 8004 Zürich, Suisse
Année
2022
Programm
Schulsozialdienste des Schulkreises Limmattal
Bauherr
Stadt Zürich
Baurealisation
dierealisatorin.ch gmbh
Rauminhalt SIA 416
-
Gebäudekosten BKP 1-9
ca. Fr. 8Mio
Planerwahlverfahren, selektiv
2022, 1. Rang
Ausführung
2022 - 2026

Das ursprünglich als städtische Poliklinik um 1935 er-
stellte Gebäude ist noch geprägt vom Geiste der nüch-
ternen Sachlichkeit, wie historische Bilder aus dem
BAZ erahnen lassen. Sowohl die klare Raumstruktur
als auch der Innenausbau ist stark funktional begrün-
det und spiegelt die gesellschaftliche Errungenschaft
der Institution seiner Zeit. Die robuste, zweckmässige
Materialwahl – wesentlich auf Dauerhaftigkeit ausge-
legt – ist an Bauteilen der Fassade, am Portal und im
Treppenhaus noch gut erkennbar, trotz der nutzungs-
bedingten, innenräumlichen Verdichtung im Laufe der
Zeit. Die Räumlichkeiten sollen neu für die Schulso-
zialdienste eingerichtet werden, deren Bedürfnisse
eher in Gehäusen von subtiler, psychologisch gepräg-
ter Behaglichkeit liegen.

Wenige gezielte Eingriffe in die Raumstruktur – unter
Reflexion des ursprünglichen Organisationsprinzips –
heben gefangene Räume auf, reduzieren und konzen-
trieren Zugänge am Treppenhaus und verbessern so
vor allem die Eindeutigkeit durch Transparenz inner-
halb der horizontalen Erschliessung auf den Regelge-
schossen, noch im Sinne des Baugesetzes für die
mögliche Bestandsgarantie. Dabei stehen die Mass-
nahmen um den erforderlichen, hindernis freien Auf-
zug nicht in Abhängigkeit zur Neunutzung. Obsolete
Einbauten und Schächte können rückgebaut werden.

Innerhalb der horizontalen Erschliessung entlang der
Längsachse des Gebäudes ist aufgrund der Raumdi-
mensionen eine Doppelfunktion auf den zwei Regel-
geschossen naheliegend und sinnvoll – sowohl für
das Ankommen, das Warten und Empfangen werden,
als auch für das Zirkulieren. Dabei ist die natürliche
Belichtung, die Übersichtlichkeit und eine angenehm
diskrete Distanz zwischen wartenden Personengrup-
pen, aber auch gegenüber Zirkulierenden in diesen
Räumen wegweisend für das Wohlbefinden des Ziel-
publikums und des Personals. Die Wartebereiche
auf den dem Publikum zugänglichen Geschossen
sind geräumig, durchlässig und gewährleisten mit
angemessen proportionierten Bänken zwischen
Durchgängen die Aufnahme unterschiedlicher Anzahl
Besucher – auch im EG mit dem Bereich des SAD,
wo periodisch mit Schulklassen zu rechnen ist. So
kann langfristig flexibel auf sich verändernde räum-
liche Bedürfnisse der einzelnen Fachdienst reagiert
werden. Im EG lassen sich um den Empfang wahl-
weise Betriebsgruppen mit wenig Publikumskontakt
konzentrieren und verbinden. Im OG soll der Aufent-
halt auf die Teeküche reduziert werden, um gegen-
seitige Störung mit dem Publikum auf dem Weg zur
Beratung konsequent zu vermeiden.

Die einfache Raumabfolge und hohe Transparenz für
eine hilfreiche Durchsicht innerhalb der Publikums-
bereiche fördern die Orientierung und Auffindbarkeit
für Besucher und Personal gleichermassen. Unmittel-
bar nach dem Gebäudeeingang ist eine einladende
Wirkung im Treppenhaus mit dem Mittel einer Lasur
als warme Farbkomposition mit geometrischen, textil
anmutenden Motiven an den Wänden appliziert erleb-
bar - ähnlich einem begleitenden Vorhang, der einen
willkommen heisst und den Publikumsperimeter über
dem kontrastreichen Kunststeinboden umgibt. Die we-
nigen Öffnungen im Vorhang geben den Blick durch
verglaste Türflügel aus Eiche zum Empfang und den
Wartebereichen frei. Es ist ein Ankommen in ange-
nehmer Atmosphäre geprägt von einer heiteren Far-
bigkeit. Ein auberginefarbener, weicher Linoleum-
belag ebnet den Weg zum Empfang. Beidseitig sind
zwischen den Raumzugängen wohlproportionierte,
gepolsterte Bänke aufgereiht die zum angenehmen
Sitzen in verschiedenen Gruppen oder als Familie
einladen. Abstand mit seitlichen Ablagen und ein
Rücken aus einer akustisch dämpfenden Textilbe-
spannung fördern das so wichtige Gefühl von Gebor-
genheit während des Wartens, bis einen eine vertrau-
te Person zum Gespräch abholt. In wenig frequen-
tierten Wartebereichen können auch Flächen zum Spie-
len in Beschlag genommen werden. Gefasst sind die
Bespannungen von hölzernen Rahmungen, die zusam-
men mit den Türfuttern raumgliedernde Verblendungen
vor den hellen Wänden bilden.

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