Justizvollzugsanstalt Heidering

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Année
2013

Mehrere zentrale Überlegungen bestimmen das Entwurfskonzept für die JVA Heidering: Eine ökonomische Herangehensweise durch Einbeziehen der topographischen Gegebenheiten und den daraus resultierenden geringen Erdbewegungen am Gelände, kompakte Baukörper, geringe Weglängen und eine kurze Außensicherheitslinie. Weiters die Schaffung von räumlichen Voraussetzungen für einen sicheren, humanen Strafvollzug und optimale Arbeitsbedingungen. Konsequente Trennung der Wege, welche die Insassen benutzen, von jenen der Besucher, Angestellten und Lieferanten. Die Etablierung differenzierter, qualitätsvoller Freibereiche für Bewegungs- und Erholungsphasen, die den Wandel der Jahreszeiten für die Anstaltsinsassen erlebbar machen. Diese Prämissen führen zu einem städtebaulichen Konzept in dessen Zentrum die „Vollzugsmagistrale“ steht – ein überdachter Glasgang, der alle Teile der JVA miteinander verbindet und so als zentrales Verteiler- und Bindeglied als langgestreckter Baukörper an der ost-west-verlaufenden Geländekante sitzt. Südlich der Magistrale sind die Arbeitsstätten in Form von flexibel nutzbaren, über ein verglastes Atrium zusätzlich belichteten Hallenmodulen sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen untergebracht. Nördlich an die Magistrale anschließend und aufgrund des Geländesprungs höher liegend befinden sich lärmabgewandt drei x-förmig angelegte, dreigeschossige „Teilanstalten“. Hier sind die Insassen in Wohngruppen von jeweils achtzehn Personen untergebracht, wodurch sowohl eine gute Überschaubarkeit als auch eine differenzierte räumliche und funktionale Vielfalt gewährleistet ist. Die „Gassen“ zwischen den Einzelzellen, welche als persönlicher Rückzugsbereich verstanden werden und über raumhohe Fenster belichtet werden, erweitern sich zu Aufenthaltszonen nahe den Gemeinschaftsküchen und münden schließlich in Platzsituationen, von wo aus die vier Wohngruppen mit Gemeinschafts- und Infrastruktureinrichtungen versorgt und seitens der Justizbeamten betreut werden können. Der Magistrale zugewandte, urban gestaltete Höfe zwischen den Teilanstalten dienen sowohl der Erholung als auch sportlichen Aktivitäten, die nördlich gelegenen Flächen können ebenfalls als Sportplätze genutzt werden und knüpfen gestalterisch an die weite Landschaft jenseits der Mauern an. Alle Baukörper – mit Ausnahme der Magistrale und der Lichthöfe in Stahl-Glasbauweise – werden in Stahlbeton ausgeführt und mit Betonfertigteilen in unterschiedlichen Breiten und Farbschattierungen bzw. Metallplatten im Bereich der Arbeits- und Werkstättenhallen als vorgehängte Fassadenelemente versehen.

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