Foto © Bruno Klomfar
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Landessonderschule mit Internat Mariatal

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Standort
Kramsach, Österreich
Jahr
2007

Die historischen Gebäude und Mauern formulieren eine klosterähnliche Struktur, eine in sich geschlossene Gesamtanlage. Die räumliche Qualität und die mystische Kraft innerhalb der bestehenden “Schalen“ soll durch unauffällig plazierte Bauvolumen weitergedacht werden. Das Ziel des Entwurfes ist der westliche Abschluss der Gesamtanlage zur Strasse hin, mit eindeutiger Orientierung zum Klosterhof. Die westliche Randbebauung wird durch das Internat weitergeführt, der Innenhof wird bestimmt durch das denkmalgeschützte Haupthaus und ein neues, ebenso solitär im Hof platziertes Bauvolumen. Die nahe Beziehung der beiden Gebäude erzeugt eine stimmungsvolle Raumsituation, der durch die alten Mauern gefasste Naturraum ist allgegenwärtig.

Organisation

Die introvertierte Gesamtanlage wird über den nördlich gelegenen Innenhof betreten, der Eingang der Schule befindet sich im Westen des Haupthauses, das Internat wird von Osten betreten. Im Haupthaus befinden sich die Sonderräume und die Schulleitung, im Neubau befinden sich die Klassenzimmer, das Therapiebad und der Turnsaal. Im Internat sind die Gruppen zum Klosterhof orientiert, die Personalräume befinden sich im Westen. Das Internat ist über eine gläserne “Brücke“ mit dem Haupthaus verbunden. Eine Verbindung der Kellergeschosse ist optional möglich. Die Parkplätze werden ebenfalls über den Hauptzugang in der westlichen Randverbauung erreicht.

Form + Material + Oberflächen

Die historischen Gebäude des ehemaligen Klosters Mariatal werden bestimmt von massivem Weiß in Kombination mit massiven Holzböden. Das von der Sonderschule genutzte Haupthaus wird leicht umstrukturiert und restauriert. Weißer Kalkputz, weiße Fensterrahmen und massive Holzböden (Ulme) betonen zurückhaltend die historische Substanz. Der Innenhof der klösterlichen Anlage ist zurückhaltend gestaltet. Ein spannungsvoller Wechsel von befestigten Wegen und Plätze in Betonplattenstruktur mit unbefestigten Flächen in Kies wird vollendet durch einen großen Baum in der Mitte des Hofes.

Die Neubauten für Schule und Internat sind in Sichtbeton ausgeführt. Durch die Massivität des Materials und die weitergedachten Lochfassaden fügen sich die neuen Gebäudeteile harmonisch in die Gesamtanlage ein. Die goldenen Aluminiumfenster erinnern an die honigfarben gestrichenen Holzfenster der bestehenden Randbebauung. Die Innenräume der Internatswohnungen und der Schule sind farblich zurückhaltend in Weiß und Beton gehalten, die Holzböden in Ulme vermitteln Wohnlichkeit und Wärme.

Für eine bessere Orientierung im Wechsel von horizontalen und vertikalen Bewegungen sind im Bereich der Erschließungen die “Wege“ in rubinroten PU-Belägen gehalten. Dadurch entsteht der erforderliche Kontrast zu den Sichtbetonstiegen die zusätzlich mit farblichen Stufenmarkierungen versehen sind.

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