André Mühling, München
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mju-fotographie
André Mühling, München
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Pfarrkirche St. Augustin

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Adresse
Festungsstraße 2, 96450 Coburg, Deutschland
Jahr
2016

Vielfalt & Einheit | Generalsanierung Pfarrkirche St. Augustin

„… so dass aus Vielfalt Einheit wird.“ So beschließt der Kirchenlehrer Augustinus in seinen Bekenntnissen einen Absatz über die Freundschaft. Vielfalt & Einheit sind gewissermaßen auch die Pole zwischen denen wir uns bei der Neugestaltung dieser steinernen Kirche in Coburg bewegt haben. Denn die Baugeschichte von St. Augustin erzählt von Aufbau, Umbau, Abriss und Erweiterung. Ziel war es, die Kirche mit möglichst geringen Eingriffen aus der historischen Substanz mit einem einheitlichen, zeitgemäßen Gesamtkonzept in eine klare architektonische Qualität zu heben. Aus alt und neu soll eine Einheit entstehen, ein gemeinsames Ganzes, ein würdiger Raum für den lebendigen Glauben.
Die architektonischen, künstlerischen und baumeisterlichen Auseinandersetzungen mit Kirchen sind für uns und unser Team besondere Bauaufgaben und Herzensprojekte. Hier geht es um weit mehr als um Funktion und Technik. Eine Kirche ist ein Gefäß für Glaube und Hoffnung. Ein besonderer Lebensraum für die Menschen. Es gilt das Gestern mit dem Heute und dem Morgen zu verbinden. Es gilt sensibel und verantwortungsvoll mit dem Erbe umzugehen, Respekt vor dem Vorhandenen zu haben und die wertvolle historische Substanz zu schützen.
Gleichzeitig spielen Atmosphäre, Licht und Raum eine herausragende Rolle. Würde. Glaube. Spiritualität. Liturgie. St. Augustin hat eine beeindruckende Geschichte und ist ein besonderer Ort mit großer geschichtlicher und kunstgeschichtlicher Bedeutung. Davor haben wir Respekt und wir haben uns substantiell mit dem Ort und dieser Kirche auseinandergesetzt. Ziel war es, den Charakter von St. Augustin freizulegen, zu erhalten und gleichzeitig diese Kirche weiterzuentwickeln, im 21. Jahrhundert weiterzubauen.
Wir fragen uns immer, was will an diesem Ort sein? Besonders ist bei St. Augustin das enge Verhältnis der Kirchengemeinde zu ihrer Kirche. Im Dialog mit dem Bauherren, der Gemeinde, der Denkmalpflege, den Fachingenieuren, Restauratoren und Künstlern und allen anderen Projektbeteiligten haben wir altneue architektonische Antworten für eine nachhaltig in die Zukunft gerichtete Kirche erarbeitet. Ziel der Sanierung war es, den Kirchenraum mit möglichst geringen Eingriffen in die historische Substanz mit einem einheitlichen, zeitgemäßen Gesamtkonzept auf den aktuellen technischen Standard zu heben. Hierbei sollen die dringend notwendigen Funktionsräume ertüchtigt und energetisch optimiert sowie ein barrierefreier Zugang ermöglicht werden.
Unser städtebauliches Konzept ist geprägt von einem angemessenen Umgang mit der historischen Bausubstanz, die um einen neuen zeitgemäßen Sakristei- und Werktagskapellenanbau erweitert wurde. Denn die Pfarrkirche St. Augustin liegt an einer städtebaulich prägnanten Stelle in nördlicher Richtung am Fuße des Hofgartens mit direkter Sichtverbindung zum Schloss Ehrenburg und dem Landestheater Coburg als Eingangstor zur Innenstadt. Auf einem Plateau gelegen bildet die katholische Pfarrkirche nicht nur den spirituellen Mittelpunkt der Kirchengemeinde, sondern auch das städtebauliche Herzstück zwischen Gemeindezentrum und Pfarrhaus.
Eines unserer Ziele war, der Kirche ihre Eigenständigkeit zurückzugeben. Mit dem Rückbau des Sakristeianbaus aus den 1960er Jahren und der Auflösung der räumlichen Beklemmung zwischen Kirche und Randbebauung wird der Apsis ihre ursprüngliche äußerliche Gestalt zurückgegeben. Die Kirche erhält ihre Klarheit zurück und öffnet die Wegebeziehungen zu den umliegenden Gebäuden der Gemeinde. Durch den neuen Erweiterungsbau an der Südseite werden die dringend notwendigen Funktionsräume für eine zeitgemäße Sakristei, Räumlichkeiten für die Kinderkirche und den Werktagsgottesdienst geschaffen. Der klar formulierte Baukörper setzt neue städtebauliche Akzente und fügt sich harmonisch und zeitgemäß zwischen Pfarrhaus und Kirche ein. Die Kapellenräume wechseln ihr schlichtes Kleid im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten. Ein Spiel aus Licht und Schatten entsteht. Gottesdienste unter freiem Himmel.
Die Materialität entwickelt sich aus den historischen Strukturen: Sandstein, Metall, Putz, Holz und Glas bilden die Basis für ein sinnliches Konzept. Die Materialien sind wertig und echt, aber nehmen sich zurück. Sandstein als erdendes Material verbindet Anbau und Kirche und wahrt die Verbindung zwischen Bestand und zeitgemäßer Erweiterung.

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