Wohl gebettet

de Sede – da denken viele vielleicht zuerst an Sitzmöbel, an Sofas und Sessels. Doch Betten? Tatsächlich gestaltet und baut die Manufaktur schon seit den 1960er-Jahren Betten und Schlafsofas. Viele davon sind so gelungen, dass sie seit vielen Jahrzehnten unvermindert gefragt sind. Ein solcher Dauerbrenner ist zum Beispiel das «DS-76», bis heute das meistverkauftes Bettsofa von de Sede. Der besondere Erfolg der Skulptur liegt wohl vor allem in ihrer grossen Bequemlichkeit begründet: Das Leder wird mit weniger Spannung über die Polster gezogen als sonst üblich, wodurch nicht nur ein schöner Faltenwurf entsteht, sondern auch eine angenehme Weichheit. Von einem «DS-76» möchte man nicht so schnell wieder aufstehen.

Das «DS-76» ist das erfolgreichste Bettsofa von de Sede. (Foto © de Sede)

Aber weg vom «DS-76» und hin zu einem Überblick über die Entwicklung von Betten und Schlafsofas bei de Sede. Gerade bei der Gestaltung von Sofas, die als Schlafgelegenheit genutzt werden können, kann die Manufaktur ihre Expertise immer wieder besonders gut ausspielen und hat zahlreiche richtungsweisende Gestaltungen hervorgebracht. So wurde zum Beispiel mit dem «DS-169» ein Klappsofa mit Futon vorgestellt. Mit den Modellen «DS-1064» und «DS-1065» konstruierte das Designteam Skulpturen mit schiebbarem Rücken. 2017 wurde mit dem «DS-1155» das erste NECK-Bett auf den Markt gebracht. Es zeichnet sich aus durch eine Dicklederpolsterung, einen schwebenden Rahmen und eine Boxspring-Matratze. Das Spannende dabei ist, dass de Sede nicht nur Betten gestaltet und baut, sondern auch eigene Matratzen entwickelt. Diese Eigenfertigungen zeichnen sich durch die Verwendung von hochwertigen natürlichen Materialien aus: Alpacca- und Schafwolle wie auch Rosshaar sind hier beispielhaft zu nennen. Der Anteil der einzelnen Aufbaumaterialien variiert dabei stets nach Körperbau und Schlafgewohnheiten der Kundin oder des Kunden. Dies ist wichtig, weil Konstruktion und Eigenschaften einer Matratze die Schlafqualität stark beeinflussen. So muss zum Beispiel die Anzahl der verbauten Federn sorgsam angepasst werden, gleiches gilt für die Mischung der verwendeten Typen. Einzelne, in Taschen abgepackte Integralfedern sorgen bei de Sede-Matratzen für eine fein justierte Unterstützung des Körpers durch einen sowohl horizontal als auch vertikal fliessenden Kräfteverlauf. Eine wirklich gute Matratze ist also niemals Duzendware, sie muss immer ein Unikat sein.

Der Aufbau unserer Matratzen ist letztlich mitentscheidend für unsere Schlafqualität. de Sede stellt eigene Schlafunterlagen her – jede ist ein individuell angepasstes Einzelstück. (Foto © de Sede)

Bemerkenswert ist, dass de Sede-Betten mittlerweile längst nicht mehr nur in Privathaushalten stehen, sondern auch in Hotels: Mit den Kitzig Design Studios konnte eine Kooperation aufgegleist werden. Gemeinsam wurden die «DH-4500»-Betten entwickelt, die in fünf verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlichen Abheftungen angeboten werden. Wurde bis anhin in der Hotellerie an den Schlafstätten eher gespart – schliesslich verbringen die meisten Gäste nur wenige Nächte im selben Zimmer –, hat nun hohe Qualität Konjunktur. Ein gesunder Schlaf wurde als Quelle für die Zufriedenheit der Gäste mit ihrem Aufenthalt entdeckt.

Foto © de Sede

Insgesamt zeichnen sich die de Sede-Betten durch eine grosse Vielfalt unterschiedlicher Designs aus – und natürlich durch grosse handwerkliche Präzision; typische Details aller de Sede-Skulpturen wie die aufwendigen Handnähte sind vorhanden, auch werden ausgesuchte Materialien verbaut. de Sedes Anspruch, ausgefeilte Objekte für den langfristigen Gebrauch zu entwickeln, statt auf kurzlebige Massenware zu setzen, zeigt sich besonders deutlich in den individuellen Matratzen. Bemerkenswert ist schliesslich der Wissenstransfer, der aus anderen Bereichen, etwa der Gestaltung von Polstersofas, stattgefunden hat. Innovative Funktionen wurden übernommen beziehungsweise für die neue Anwendung adaptiert. Dies lässt die de Sede-Betten eine eigenständige Formensprache sprechen und verleiht ihnen einen unverkennbaren Ausdruck.