Wahlenpark

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Ein Streifen Land ohne Geschichte inmitten dichter städtischer Nutzung – das war die Ausgangslage nach der Abräumung und Sanierung des Terrains der ehemaligen Akkumulatorenfabrik Oerlikon. Auf dieses weisse Blatt im Stadtraum zeichnet der Wahlenpark ein Vexierbild der Gartengeschichte: Zitate aus dem Volkspark, dem englischem Landschaftspark und den geometrischen Gärten der Moderne durchziehen die 160 Meter lange, zeitgenössische Anlage mit ihren drei markanten Raumstreifen in Rot, Grün und Blau.

 

Der rote Streifen grenzt den Park vom Schulhaus im Birch ab, dem die Rasenfläche des Parks zugleich als Sportplatz dient. Die waldartig angelegte Halle aus Blutbuchen weckt Assoziationen an den englischen Landschaftspark. Ausladende, über die angrenzende Rasenfläche ragende Äste, die unregelmässige Silhouette, die changierenden Rottöne der verschiedenen Blutbuchenarten, die einzeln oder in kleinen Gruppen in der rötlichgrauen, mit roten Landibänken bestückten Kiesfläche stehen, schaffen Räume und Momente von intensiver Stimmung. Die Kleinräume und Situationen im Buchenschatten erinnern an begehbare Ausschnitte einer Landschaftsmalerei.

 

Das Komplementär zum roten Buchenstreifen bildet die monochrom grüne, weitläufige Rasenfläche: Als Spiel-, Sport- und Aufenthaltsbereich entzerrt sie die Nutzungen und beugt Interessenkonflikten durch die Platzierung von vier markanten Raumelementen vor: Ein überdimensionierter Ballfang gibt die Zone für den Bewegungs- und Sportraum vor, der massive, skulpturale Flutlichtmast neben dem Ballfang ist die Haupt-Lichtquelle des Parks. Ihm raumwirksam diagonal gegenübergestellt ist das kreisrunde Wasserbecken mit seinem breiten Betonrand und dem ebenso skulpturalen Schattendach als Familien- und Aufenthaltsbereich. Die überdimensionierte Ausführung dieser Elemente verleiht ihnen eine über den praktischen, an die Pragmatik des Volksparks erinnernden Aspekt hinausgehende, objekthafte Wirkung. Sie werden gleichsam zu einer augenzwinkernden zeitgenössischen Version der Follies, der künstlichen Einbauten in Landschaftsgärten.

 

Die Promenade ist Schnittstelle zwischen Park und Strassenraum. Eine Lindenreihe bildet die räumliche Trennung und den Filter zur Strasse. Sie gliedert sich ins Strassenbaumkonzept Oerlikons ein, macht die Linden aber durch die auf den Park abgestimmte Positionierung der Bäume auch zum Teil des Parks. Prägendes Element dieses Streifens ist der 160 Meter lange, 3 Meter breite Sitzbalken. Die von unten beleuchteten, blauen Glasbausteine in dem hohlen Betonkubus machen ihn nachts zum prägnanten Lichtkörper. Als Liege, Sitz- und Aufenthaltsbereich wird der Balken zum kommunikativen und sozialen Katalysator im Quartier.

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