Photo © Fischer Architekten AG / Roger Frei
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Steinweid

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Adres
Steinweidstrasse, 8022 Kilchberg, Zwitserland
Jaar
2018

Vier Mehrfamilienhäuser ordnen sich als kongruente, achteckige Polygone in einer dynamischen Drehung entlang der angrenzenden, leicht gebogenen Wohnstrasse an. Mit grosszügigen Grundrissen und wertigen Materialien übersetzen sie die Typologie des grossbürgerlichen Wohnens zum Anfang des 20. Jahrhunderts in die Gegenwart.

Das vom Zürcher Stadtzentrum nur wenige Kilometer entfernte Kilchberg liegt zwischen linkem Seeufer und Sihltal. Typologisch besteht das vorhandene Siedlungsmuster im Planungsgebiet vorwiegend aus Einfamilien- und kleinen Mehrfamilienhäusern mit grosszügigen Grünräumen. Vereinzelt finden sich auch villenartige Bauten mit parkähnlichen Gartenanlagen. Ein vorhandener Gestaltungsplan orientiert sich stark an diesen örtlichen Qualitäten sowie an den heterogenen Landschaftskammern und den bewegten Geländeverläufen. In den vordefinierten Baufeldern ist denn auch nur eine eingeschränkte Höhenentwicklung der Baukörper erlaubt.

Mit Hinblick auf diesen Typus des gutbürgerlichen Wohnens zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden vier Bauvolumen mit maximaler Nutzungsfläche fächerartig entlang der Steinweidstrasse gesetzt. Strassenseitig lassen sich diese als Reminiszenz einer zweigeschossigen Villa lesen. Die abfallende Parzelle bietet gartenseitig jedoch die Möglichkeit zur Dreigeschossigkeit: die oberen Etagen geben die Sicht frei bis zu den Glarner Alpen im Süden sowie dem Stadtkörper von Zürich und dem Uetliberg im Nordwesten.

Das bewusste Ausdrehen der vier Volumen im jeweils gleichen spitzen Winkel zur leicht gewundenen Strasse schafft Rhythmus und Dynamik. Auch wird so eine klare Adressbildung möglich. Die Stirnseiten der Baukörper werden nach einer streng geometrischen Regel verjüngt. Die so entstandenen Bruchkanten an der Fassade verleihen den Körpern eine spielerische Leichtigkeit und eröffnen grosszügige Sichtachsen in alle Richtungen. Trotz räumlicher Nähe wirken die vier Bauvolumen elegant und entspannen die vorhandene Dichte.

Die gelochten massiven Brüstungen der Attikaterrassen und die grosszügigen Fensteröffnungen gliedern die talseitige Fassade horizontal. Die Komposition des Gesamtbaukörpers sowie die sensibel gestaltete Gartenanlage unterstützen die Atmosphäre eines gepflegten und grosszügigen Wohnens. Auch in der Grundrisstypologie verweisen die Häuser auf ihre Umgebung. Themen wie eine weite Eingangshalle und tapezierte Wände mit Holzabschlüssen sind genauso wichtig wie die klassische Diele in der eigenen Wohnung mit Sichtachsen zum Tagesraum und in den Gartenbereich. Diese Stimmung wird durch eine lichte Raumhöhe von 2,60 Metern und grosszügigen Wandflächen unterstützt.

In der äusseren Materialisierung verweist der gebrannte Backstein einerseits auf den lehmhaltigen örtlichen Baugrund. Gleichzeitig erinnert der hochwertige Klinker in warmen Rot- und Brauntönen auf die Gründer-zeit und ist Zeichen von gebauter Dauerhaftigkeit und Qualität.

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