Jurastrasse 58

Bern, Switzerland
Foto © Rolf Siegenthaler
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Arquitectos
Kast Kaeppeli Architekten
Año
2019
Pisos
1 - 5 pisos

Das Fachwerkhaus an der Jurastrasse 58 wurde im Jahr 1877 erstellt. Das Gebäude ist Teil eines am Aarehang gelegenen Ensembles, das mehrheitlich durch kleinmassstäbliche, ländlich-spätklassizistische Riegbauten geprägt wird. Es handelt sich um das einzige Haus der Gebäudegruppe, dessen Riegkonstruktion noch vollständig sichtbar ist. Der Baukörper ist giebelständig zur Strasse orientiert. Als typisches, identitätsstiftendes Element erschliesst eine überdachte Laubentreppe die Obergeschosse.
In den drei Wohngeschossen befanden sich vor dem Umbau je eine kleine 2-Zimmer-Wohnung à 34m2 mit Küche, Schlaf- und Wohnzimmer. In einem an der Aussentreppe angebauten separaten Abortturm befanden sich zudem zwei Toiletten und eine Dusche. Zwischen dem Gebäude und der hangseitigen Stützmauer existierten mehrere einfache Kleinbauten mit Nebennutzungen.
Die Denkmalpflege hat das Fachwerkhaus als erhaltenswert eingestuft und die Sanierung begleitet.

Ziel war die Beseitigung der baulichen Mängel, die energetische Optimierung des Gebäudes und die Steigerung der Wohnqualität durch eine räumliche Neuorganisation. Das Fachwerkhaus wurde mit einem Anbau ergänzt, so dass im Erdgeschoss eine 3.5-Zimmer-Wohnung und in den oberen Geschossen eine 4.5-Zimmer-Wohnung entstehen konnten. Dadurch war es einerseits möglich, zeitgemässe Wohnungsgrössen und eine quartierverträgliche Verdichtung zu erzielen. Andererseits konnte so die aussenliegende Erschliessung über die prägnante Laubentreppe bis ins Obergeschoss beibehalten werden.
Die Erweiterung wurde im rückwärtigen Bereich zwischen Bestand und Hangstützmauer eingepasst und entwickelt sich bis in den südseitigen Hof. Die aneinander gereihten Satteldächer des Neubauteils schliessen unterhalb des bestehenden Hauptdachs an die Dachkonstruktion der Laubentreppe an. Damit bleibt der Altbau in seinen Proportionen ablesbar.

Wegen der kleinteiligen Struktur wurden im kreuzförmig unterteilten Altbau-Grundriss die Schlafräume und Nasszellen angeordnet, während im offenen und grosszügigen Raum des Anbaus das Wohnen, Kochen und Essen stattfindet. Das Entrée verbindet über eine Öffnung in der ehemaligen Fachwerkfassade den Altbau- mit dem Neubaubereich. Trotz des im Erd- und Obergeschoss fast identischen Grundrisses schaffen die auf die Topografie reagierenden Fensteröffnungen und die Dachform in der Erweiterung unterschiedliche, einzigartige räumliche Bezüge und Stimmungen. Am Ort der früheren Laubentreppe führt eine neue Treppe in das Dachgeschoss, wo sich neben dem Vorraum auch ein grosses Schlafzimmer und eine Dusche befinden. Zusätzlich zu den gedeckten Eingangsbereichen der Laube haben beide Wohnungen einen eigenen Aussensitzplatz erhalten.

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