Photo © Walter Mair
Bar auf Galerie
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Goldenes Weinfass
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Nische unter Galerie mit Goldparavent
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Blick zur Haupttreppe
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Kornhauskeller

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Address
Kornhausplatz 18, CH-3011, Bern, Switzerland
Cost
1M - 100M
Client
Bindella Terra Vite Vita SA

Der Kornhauskeller Bern ist ein Raum der grossen Geste, der Einzigartigkeit, Pracht und Grösse – mit seiner Geschichte ein nationales Monument. Ehemals Weinkeller und Fasslager, wird das überhohe Gewölbe um die Jahrhundertwende zur grossartigen Trinkhalle im national neubarocken Stil, ein Raum von sakraler Dimension, mit den hölzernen Galerien in den Seitenschiffen, und dem gewaltigen Weinfass im Fokus der Hauptachse. Technisch unzulängliche Infrastrukturen, und ein nicht mehr zeitgemässes Bewirtschaftungskonzept, haben im Laufe der Zeit diese atmosphärische Einzigartigkeit, mehr und mehr verschüttet. Ein neuer Pächter mit einem neuen Gastro-Konzept lässt den Ort wiederbeleben. Das gastronomische Konzept beinhaltet verschiedene neue Teile: Restaurant mit Weinkeller, Club 1 und 2 mit Bar Humidor. Dieses gastronomische Programm fordert auch räumlich eine Neuinterpretierung der ehemaligen Bierhalle. Grundlage bleibt die architektonische und atmosphärische Eigenenergie des grossartigen Raumes.

Das Bestehende gibt so dem Neuen die Gestalt, es generiert die Strategie des Weiterbauens. Allerdings geht es dabei nicht um die blosse Restaurierung von historischem Inventar; vielmehr hat sich die Sichtweise auf diese denkmalgeschützte Geschichtlichkeit verändert. Die wuchtige Inszenierung, mit ihren schweren, monumentalen Proportionen ist Massstab für die verschiedenen Eingriffe. Im Unterschied zu den architektonischen, immobilen Einbauten wird die Möblierung als ein beweglicheres Mittel verstanden, um die Bedeutung des Raumes vom Rustikalen ins festlich Exklusive zu verschieben. Die Möblierung folgt den unterschiedlichen Raumstimmungen mit unterschiedlichem Massstab. Sie wurde spezifisch für das Projekt entworfen und materialisiert.

Die Clubs auf den Galerien haben eher informellen Charakter, bequem und gepolstert, flexibel inszenierbar, je nach Stimmung der Gäste und Art des Anlasses. Die dunkel gebeizte Täferung hört auf Schulterhöhe auf, und wird von den bemalten Gewölben, wie im zweigeschossigem Raum oben gefasst. Diese Schnittsituation will durch ihre Abgesenktheit zum Sitzen einladen, und ist dabei immer noch hoch genug, um unter den ausgeleuchteten, fassenden Gewölben verschiedene Stimmungen zu erzeugen.

Das vier Meter hohe Fass liegt am Ende der Achse des zweigeschossigen Gewölberaumes. Seine Sinnfälligkeit erhält es, durch seine räumlich präzise Situierung am Ende der Blickachse, als glaubwürdiges Zeichen für die Weinkultur des neuen Restaurants und nicht zuletzt als ein suggestives und grossartiges Objekt. Ursprünglich wollte man das Fass aus dem Raum entfernen, da es in seiner ursprünglichen Erscheinung zu sehr an den früheren, heruntergekommenen Zustand des Kornhauskellers erinnerte, das allzu Rustikale repräsentierte und durch seine Dunkelheit zu einem räumlichen Schwarzem Loch wurde. Wir haben die Zwiespältigkeit des Fasses dadurch aufgelöst, indem wir es an seiner Stirnseite mit einer vergoldeten Maske verkleidet haben. Dadurch wurde die gefürchtete Rustikalität neutralisiert, zugunsten einer neuen Opulenz und seine suggestive Objektqualität wurde wieder erfahrbar.

All diese Eingriffe suchen die Kontinuität aus den Qualitäten des Bestehenden. Über die immanent wirkenden und erlebbaren Qualitäten definieren wir das Zeitgenössische. In diesem Sinne kann ein historischer Raum durch seine architektonischen Qualitäten zeitgenössisch sein. Wir respektieren die historischen Elemente des Raumes nicht nur aus einer denkmalschützerischen Konvention heraus, sondern auch im Vertrauen auf die Aktualität ihrer zeitlosen, sinnlichen und räumlichen Präsenz.

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