The Retreat an Islands Blauer Lagune

Blaue Lagune, Iceland
Erst aus allernächster Nähe nimmt man den Baukörper des Hotels The Retreat, das mit dem Lavafeld zu verschmelzen scheint, wahr. Der überdachte Eingang wird von Laser Blade-Einbaustrahlern beleuchtet.
Photo © Gunnar Sverrisson
Photo © Gunnar Sverrisson
Stark gedimmte Underscore-Lichtlinien und Laser Blade InOut, die in die Treppenstufen und die Unterseiten der gebogenen Stege eingebaut sind, erzeugen ein warmes anmutiges Licht und setzen einen Kontrast zu der Patina des unbehandelten brasilianischen Jatoba-Holzes.
Photo © Gunnar Sverrisson
Die schwarzen Aluminium-Fassadenelemente mit feingekörnter Oberfläche wurden einer aus einem Lavablock geschnittenen Scheibe mit ihren Luftblasen nachempfunden. Ein Scan der Scheibe diente als Vorlage. Jedes der dekorativen Elemente, die gleichzeitig Sonnenschutz bieten, ist unterschiedlich.
Photo © Gunnar Sverrisson
Im Außenbereich sorgen Pollerleuchten iWay und iTeka von iGuzzini für Orientierung. Die Flurfenster sind innen effektvoll mit Trick-Leuchten inszeniert.
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SoleLuna wurde mit iGuzzini speziell für das Retreat entwickelt. In eine Akustikdecke eingearbeitet, erzeugt die Leuchte einen atmosphärischen Unschärfeeffekt, der an die Sonne erinnert.
Photo © Gunnar Sverrisson
Für SoleLuna sind vier Programmierungen für unterschiedliche Lichtinsensitäten und -farben hinterlegt. Sie erzeugt Licht zum Relaxen oder Energietanken und es gibt einen Tages- und einen Nachtlichteffekt.
Photo © Gunnar Sverrisson
In den weißen Sichtbeton der Rückwand sind Silikonmatten integriert. Sie erzeugen ein Relief, das an die Mineralablagerungen in der Lagune erinnert. In Kombination mit naturgrauem Sichtbeton erhält das Hotel eine klare und ruhige Stimmung.
Photo © Gunnar Sverrisson
Tagesrestaurant und Rezeption werden intim und atmosphärisch von Laser Blade-Strahlern, die an zurückgesetzen Stromschienen montiert sind, illuminiert.Die Sichtbetonwände erhalten Streiflichter von Underscore Grazer-Leuchten, die in Aussparungen an den oberen Wandabschlüssen eingebaut sind.
Photo © Gunnar Sverrisson
Manufacturers
iGuzzini
Location
Blaue Lagune, Iceland
Year
2019
Client
The Retreat
Team
Basalt Architects, Liska, Design Group Italia

Von weitem sieht man das Gebäude nicht, wenn man sich dem Hotel The Retreat an Islands Blauer Lagune nähert. Denn Basalt Architects aus Reykjavik haben den Neubau so behutsam mit Grindaviks historischem Lavafeld verschmolzen, dass sich der Baukörper erst aus der Nähe offenbart.

Waren Anfang der 1980er Jahre zunächst einige Isländer auf die Idee gekommen, ihrer Jahrhunderte alten Badekultur gemäß Entspannungsbäder in dem sauberen Thermalwasser zu nehmen, entwickelten Investoren die Blaue Lagune 1987 als touristischen Hotspot. Ein großzügig überdachter, zurückhaltend gestalteter und dezent mit Laser Blade-Einbaustrahlern beleuchteter Eingangsbereich empfängt Besucher und leitet sie unversehens in die geräumige Lobby und die rechts gelegene schlanke Rezeption. Von dort aus erschließen sich zwei im Süden und Westen auf unterschiedlichen Höhenniveaus in die Lava gebaute Zimmerflügel sowie – im Osten – ein auf dem höchsten Gebäudeniveau gelegenes Gourmetrestaurant und ein neuer Spa-Bereich, der seine Besucher bis zu drei Meter tief unter das Lavafeld führt.

Auch das Beleuchtungskonzept, das der Lichtplaner Guðjón L. Sigurðsson von Liska in Reykjavik für das Hotel entwickelt und mit Architekturlicht von iGuzzini und wenigen dekorativen Leuchten umgesetzt hat, fügt sich der Natur und ist außerdem auf das menschliche Wohlergehen ausgerichtet. Konzentrierte Lichtkegel aus kaum wahrnehmbaren Lichtquellen, kontrollierte Beleuchtungsstärken und Warm-Dimming-Technologie schaffen eine intime Atmosphäre, während Comfort- und Super Comfort-Optiken für besonders hohen Sehkomfort sorgen. In enger Abstimmung zwischen Liska, Studio Basalt und Design Group Italia wurde der Großteil der Architekturbeleuchtung in Architekturelemente oder Einrichtungsgegenstände eingebaut. Um die phantastischen Licht- und Farbspiele – insbesondere während der langanhaltenden Sonnenauf- und untergänge – nicht zu trüben, gibt es in den Räumen keine klassische Allgemeinbeleuchtung. Stattdessen finden sich nur dort, wo Kunstlicht wirklich benötigt wird, kleine Lichtpunkte.

Und wieder staunt der Gast, als das Zentrallicht eingeschaltet wird, denn er glaubt für einen Moment, an der Zimmerdecke die Sonne zu sehen. Mit ihrem atmosphärischen Unschärfeeffekt sieht die bernsteinfarben leuchtende, 1,2 Meter Durchmesser fassende Scheibe, die in die deckengreifende Akustikdecke eingebaut ist, dem Himmelskörper täuschend ähnlich. SoleLuna, diese besondere Leuchte, die sich übrigens am Abend in einen Mond verwandelt, haben die Architekten und Lichtplaner gemeinsam mit iGuzzini entwickelt, um biodynamische Effekte zu erzeugen. Bei SoleLuna sind vier Programmierungen hinterlegt, in denen LED-Cluster mit den Farbtemperaturen Amber (2100 K, CRI 95), Neutralweiß (4000 K, CRI 90) und Kaltweiß (6000 K, CRI 90) gemischt werden, um natürliche dynamische Beleuchtungssituationen zu imitieren. Der Gast hat die Wahl, ob er bei einer Lichtstärke von etwa 50 Lux und einer sehr warmen Farbtemperatur entspannen oder bei 350 Lux ohne Amber-Komponente Energie tanken möchte. Bei der Programmierung Day erzeugt SoleLuna 120 Lux; bei Night wird die Amber-Komponente wiederum weggelassen und man erhält das fahle Licht des Mondes, dessen Krater im Übrigen durch das Ausschalten einiger LED imitiert werden.

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