Neubau des Oberstufenzentrums Körperpflege

Berlin, Germany
Photo © Christian Richters, Berlin
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Architects
farwick + grote Architekten BDA Stadtplaner
Location
Berlin, Germany
Year
2008

Das Oberstufenzentrum für Körperpflege in Berlin-Charlottenburg beherbergt über 2300 Schülerinnen und Schüler, die in den schulischen Ausbildungsbereichen der Berufe Friseur/in, Kosmetiker/in, Maskenbildner/in, Fachangestellte/r für Bäderbetriebe und Zahntechniker/in im dualen System unterrichtet werden.

Die Prämissen des Entwurfskonzepts für den Neubau waren die Reparatur des Stadtgrundrisses, die Wiederherstellung der städtischen Räume sowie die Verdichtung der Blockinnenstruktur. Typologisch aus der Blockrandbebauung entwickelt wurde ein dreistöckiger Gebäudekomplex, der einen großzügigen Innenhof umschließt. Die einfache Struktur der inneren Organisation verleiht dem Haus eine klare Orientierbarkeit. Die Eingangszone ist als zweigeschossige Halle ausgebildet, der diagonale Blick aus der Halle in den Innenhof vermittelt einen unmittelbaren Eindruck der Gliederung des gesamten Gebäudes.

Identität wird der Schule durch den Hof mit seinen beiden in die Tiefe des Grundstücks greifenden, aufgeständerten Gebäuderiegeln verliehen. Mit der Zweigeschossigkeit ihrer Aufständerung definieren sie einen inneren Raum, der zugleich offen die Verbindung zu den Freibereichen und Sportstätten außerhalb des Pausenhofes herstellt und der Schule die Option vielfältiger Nutzungsmöglichkeiten für Präsentationen offeriert. Als Bühne, Laufsteg oder Forum geeignet, sind diese überdeckten Außenbereiche für das Oberstufenzentrum Körperpflege Teil des Ausbildungskonzeptes.

Die Fassaden sowohl des aus Stahlbetonfertigteilen errichteten Schulneubaus als auch der angrenzenden sanierten Sporthalle sind mit einem gelben strukturierten Klinker bekleidet, der der Schule eine natürliche und zugleich kraftvolle Ausstrahlung verleiht. Gliedernde Elemente wie Fensterlaibungen oder Attikaabdeckungen sind aus eingefärbtem Sichtbeton. Durch die Verwendung des Ziegels im Zusammenspiel mit dem Sichtbeton wird der Fassade eine kraftvolle Materialität zugewiesen und zugleich die erforderliche Robustheit verliehen.

Die Freiraumgestaltung folgt dem Thema der Gebäudekomposition. Aufgrund der innerstädtischen, urban geprägten und von hoher Dichte bestimmten Standorts der Schule sind andere Anforderungen an die Freiräume gestellt als bei anderen Schulstandorten. Die Gestaltung der Schulhofflächen erfolgt durch wenige akzentuierende Grünstrukturen. Baumgruppen und Baumreihen gliedern die Freiflächen und formen die Aufenthaltsbereiche. Der durch das Gebäude geformte Innenhof wird durch die Ausbildung differenzierter Beläge, geschnittene Buchsbaumpflanzungen und eine Baumgruppe in unterschiedliche Aufenthaltsbereiche gegliedert. Die Gestaltung der Außenanlagen verbindet das neue Oberstufenzentrum mit der vorhandenen Sporthalle zu einem Schulstandort. Die anfallenden Niederschläge der gesamten befestigten Flächen sowie die Dachflächen von der Schule bzw. Sporthalle werden auf dem Grundstück versickert.

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