Visualisierung © Müller & Truniger
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Bahnhofplatz Süd, Winterthur

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Kosten
1 Mio. – 100 Mio.
Stockwerke
1–5 Stockwerke
Bauherrschaft
Stadt Winterthur
Team
Balina Schubert, Stadt Raum Verkehr, Dr. Lüchinger + Meyer

Busbahnhofdach, Bahnhofplatz Süd, Winterthur

Ein attraktives städtisches Zentrum Über die Gewährleistung der verkehrstechnischen Anforderungen hinaus, verfolgt das Projekt das Ziel, ein attraktives städtisches Zentrum zu schaffen. Erreicht wird dieses Ziel durch die präzise Setzung eines einzigen grosszügigen Daches vor dem Zugang zum Untertor. Einem Vordach für die Altstadt Winterthurs.
Der Busbahnhof ist damit mehr als ein Verkehrsknotenpunkt: Mit seiner freundlich-hellen Stimmung wirkt er identitätsstiftend – der schattige Raum weckt Erinnerungen an platanenbestandene Marktplätze in einer französischen oder italienischen Stadt.
Nachhaltigkeit Die weitere Absicht des Projektvorschlags betrifft die Nachhaltigkeit des Eingriffs: Dach und Tragwerk sind so ausgelegt, dass sowohl Variante 0+ als auch Variante A als Betriebskonzept für den Busbetrieb verfolgt werden können. Die für die Identität einer Stadt so wichtige Konstanz der primären Merkpunkte wird damit für eine lange Zeitspanne gewährleistet.
Auftakt zur Altstadt In der Variante 0+ überdeckt das transluzide Dach die beiden Hauptaufenthaltsbereiche vor der Altstadt und auf der Mittelinsel. Nach dem Umbau des Platzes zur Betriebsvariante A entsteht unter dem Dach ein grosszügiger Freiraum als Auftakt zur Altstadt. Auf dem freiwerdenden Raum wird neben weiteren Nutzungen ein direkter Zugang zur Bahnhofsunterführung angeboten.
Räumliche Klärung und Orientierung Masse und Platzierung des Daches – insbesondere die Lage der beiden Schmalseiten – klären die Räume auf dem Bahnhofplatz und entlang der Zürcherstrasse. Die Untersicht des Daches liegt mit 7.20m über dem zweiten Geschoss der umliegenden Bauten und auf gleicher Höhe wie der markante Eingangsbereich des Arch-Gebäudes. Die Blickachsen der Fussgänger bleiben vom Hauptbahnhof über die Zürcherstrasse und von der Markgasse bis zum Kesselhaus frei. Besucher Winterthurs orientieren sich hier in aller Ruhe und in alle Richtungen!
Gleisquerung Der Zugang zur Gleisquerung und der Eingangsbereich des Coopcity-Gebäudes werden räumlich voneinander getrennt. Strassenseitig entsteht so ein Warteraum mit Billetautomat, Sitzbank und Fahrgastinformation, der sich zur Zürcherstrasse hin noch etwas aufweitet um die ankommenden Passanten aus Richtung Kesselhausplatz aufzunehmen. Auf der gebäudeseitigen Ebene liegt ein geschützter Bereich von dem die Imbissnutzung erschlossen und über den die behindertengerechte Erschliessung der Gleisquerung sichergestellt wird. Die wartenden Buspassagiere profitieren vom ausladenden Dach des Coopcity-Gebäudes.
Dachkonstruktion Die westliche Abschlusskante des Busbahnhofdaches liegt in der Variante 0+ über der Busanlegekante. In der Variante A wird die Anlegekante um 1.5 m unters Dach verschoben um Raum für eine breitere Fahrgassse und eine grosszügigere Gestaltung des Coop-Vorplatzes zu erhalten. Die Konstruktion gleicht derjenigen des Glasdachs beim Stadttor. Es sind ebenfalls Stahlstützen und -träger vorgesehen. Das Dach ist aus einem System von sich kreuzenden Raster Haupt- und Nebenträgern aufgebaut und wirkt als Scheibe. Die Struktur steht auf eingespannten Stützen, dadurch entfallen Verbände in den vertikalen Ebenen und der Raum unter dem Dach bleibt offen. Die Untersicht der Konstruktion ist mit Lochblechen verkleidet. Darin integriert sind Leuchten, Lautsprecher und allfällige weitere technische Elemente wie zum Beispiel Kameras.
Mobilitätszentrale Das Publikumszentrum liegt über den Diensträumen in der Unterführung. Diese Lage erlaubt einen direkten Zugang aus dem Schalterraum zu den Serviceräumen. Die neue Treppe liegt dabei im Bereich des heutigen Treppenabgangs, so dass anfallende Tiefbauarbeiten minimal gehalten werden können. Die Konstruktion des Gebäudes ist aus einem vorgefertigten Stahlrahmensystem gefertigt, das innen mit Gipskartonplatten, aussen mit zum Teil bedruckten rahmenlosen Gläsern verschalt wird. Der Publikumsbereich ist transparent – wobei der Grad an Offenheit mit dem Raster des Aufdrucks gesteuert werden kann, der Servicebereich ist von einem Leuchtkasten umhüllt.
Fussgängerunterführung Die Fussgängerunterführung unter der Zürcherstrasse wird den neuen Gegebenheiten angepasst. Der Aufgang auf der Südseite wird in den bisherigen Rampeneinschnitt verlegt, so dass die fussläufige Überquerung der Zürcherstrasse einen freien Zugang auf den Archplatz erhält.
Tages- und Kunstlicht Das Dach ist zu jeder Tages- und Jahreszeit die Membran, die das Licht des Ortes gestaltet. Das Tageslicht dringt gefiltert durch die Schicht aus Lochblech und wirft ein dezentes Schattenmoiree auf den Boden. Bei einsetzender Dämmerung wird das Dach zunehmend von unten angestrahlt – die dimbaren Strahler sind blendfrei in den Werbestelen und auf dem Dach der Mobilitätszentrale integriert und erzeugen ein unregelmässiges, festliches Lichtspiel.
In der Dachkonstruktion sind Downlights eingebaut, die gezielt wichtige Bereiche wie die Anlegekanten oder die Ticketautomaten hervorheben.
Eine besondere Rolle nimmt die Mobilitätszentrale ein. Sie ist als leuchtender Dreh- und Angelpunkt gestaltet: Die in der transparenten Fassadenschicht eingebauten programmierbaren RGB LEDs verändern das Gebäude sanft und stetig.

Projektwettbewerb im offenen Verfahren
Stadt Winterthur

August 2008

mit:
Balliana Schubert, Zürich
Stadt Raum Verkehr, Zürich>>
Dr. Lüchinger + Meyer, Zürich

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