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Begegnung im Treppenraum

Gredig Walser haben kürzlich ein Verwaltungszentrum in Thusis fertiggestellt. Joos Gredig und Peter Walser wählen drei Zeichnungen und drei Fotos und beantworten unsere sechs Fragen.
Ansicht von der Oberen Stallstrasse
Ansicht von der Oberen Stallstrasse
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?

Im Rahmen der kantonalen Immobilienstrategie «sinergia» fasst der Kanton seine Verwaltungsstandorte in regionalen Zentren zusammen. In Thusis wurden acht Dienststellen mit insgesamt 40 Arbeitsplätzen unter einem Dach vereint. Die Architektur soll diese Gemeinsamkeit zum Ausdruck bringen.
Situation
Situation
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?

Die zentrale dreigeschossige Halle mit der kaskadenartigen Treppe dient als Erschliessungsraum und als Ort, wo man sich trifft und ins Gespräch kommt. Sie ist Ausdruck der Gemeinschaft und erleichtert dem Besucher die Orientierung im Gebäude.
Treppenhalle als Ort der Begegnung
Treppenhalle als Ort der Begegnung
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?

Das nach dem verheerenden Dorfbrand von 1845 entstandene klar strukturierte «Neudorf» mit seinen vornehmen Häusern hat den Entwurf mitgeprägt. Der Neubau übernimmt die Ausrichtung des benachbarten Neudorfquartiers und lehnt sich in seiner Volumetrie und äusseren Gestalt an diese Bauten an.
Grundriss 2. Obergeschoss
Grundriss 2. Obergeschoss
Inwiefern haben die Bauträgerschaft oder die späteren NutzerInnen den Entwurf beeinflusst?

Die Bauherrschaft beeinflusste das Projekt mit der Vorgabe im Wettbewerb, dass das Gebäude nach Minergie-P-Eco zertifiziert werden musste. Es ist ein Gebäude entstanden, das eine kompakte Form und eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle aufweist, wo das Tageslicht optimal genutzt wird und die Materialwahl nach ökologischen Kriterien erfolgte.


Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?

Es gab keine wesentlichen Projektänderungen. Das Konzept mit der flexiblen Raumeinteilung, das auf einem Rastermass von 164 cm aufbaut, liess die Berücksichtigung nachträglich geänderter Raumbedürfnisse problemlos zu.
Längsschnitt
Längsschnitt
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?

Die Anforderung Minergie-P-Eco hat neben der Volumetrie auch die Konstruktion und die Fassadengestaltung beeinflusst. Weil das Gebäude so gut gedämmt ist, entstehen massige Aussenwände, die bei den tiefen Fensterleibungen spürbar sind. Die Eco-Anforderung führte beispielsweise bei der Tragstruktur zu sinnvollen Spannweiten und nutzungsflexiblen Raumeinteilungen. Bei der Haustechnik wurden im Kern vier zugängliche Steigschächte ausgeführt. Von Anfang an arbeiteten wir mit dem Planerteam eng zusammen, um die Vorgaben von Minergie-P-Eco zu erreichen.


Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!
Ansicht Nordost
Ansicht Nordost
Regionales Verwaltungsgebäude
2011

Thusis GR

Auftragsart
Gesamtleistungswettbewerb

Bauherrschaft
Gebäudeversicherung Graubünden GVG, Chur

Architektur
Gredig Walser Dipl. Architekten ETH FH SIA AG, Chur / Bad Ragaz

Fachplaner
Bauingenieur: Placido Pérez Dipl. Bauingenieure GmbH, Bonaduz
Elektroplanung: A. Hegger + P. Disch, Chur
Planung Sanitär Heizung Lüftung: Kalberer + Partner AG, Chur
Energie Bauphysik Akustik: Pernette + Wilhelm Ingenieure, Maienfeld

Bauleitung Gesamtleister
Implenia Generalunternehmung AG, Chur

Gesamtkosten BKP 1-9
CHF 5.0 Mio.

Gebäudekosten BKP 2
CHF 3.8 Mio.

Gebäudevolumen
5331 m3 (SIA 416)

Kubikmeterpreis
706 / m3 (BKP 2)

Energiestandard
Minergie-P-Eco

Massgeblich beteiligte Unternehmer
Andrea Pitsch AG, Bauunternehmung, Thusis

Fotos
Ralph Feiner, Malans

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