Schulhausumbau

Erinnern Sie sich an Ihr Schulhaus? In der Luft das aufdringliche Gemisch von Putzmittel und Bohnerwachs, an den Wänden dunkle Farben auf Jutegewebe und über allem ein Hauch von Strenge. Das 90-jährige Pestalozzischulhaus in Bern weckte solche Assoziationen bei den Architekten, als sie das Gebäude besichtigten. Doch sie haben mit dem Mief aufgeräumt. Sie liessen die Räume hell streichen, eine neue Beleuchtung montieren und verhalfen einer Fülle von liebevollen – manchmal allerdings etwas ungelenken – architektonischen Details zu neuem Glanz. Im zweiten Obergeschoss fand an Stelle von zwei Schulzimmern eine Aula Platz, die sich mit matt verglasten Bögen zum Treppenvorplatz hin öffnet, als wäre sie schon immer hier gewesen. Aussen manifestiert sich die neue Zeit an der hellen Fassade, vor allem aber an vier Glastürmen, die an der Hoffassade stehen. Hier konnte die Schule die Gruppenräume und einen Lift einrichten, ohne die alte Gebäudestruktur übermässig zu stören. Die Kinder erleben den Kontrast zur behäbigen Schulhausarchitektur ihrer Ururgrossväter und das Quartier freut sich am nächtlichen Farbenspiel der Beleuchtung. WH
Vier Glasprismen im Hof geben dem Schulhaus zusätzlichen Raum und setzen einen Akzent des 21. Jahrhunderts.

Fotos: Christine Blaser
Ein heller Anstrich und die von Patrica Abt gestaltete Treppenhaus-Rückwand bringen eine frohe Note in den strengen Bau.
Die Aula fand im Gebäudekopf des 2.Obergeschosses Platz, gegenüber dem Treppenhaus in der Berner Pestalozzischule.
Schulhausumbau
2004

Weissensteinstrasse
Bern

Bauherrschaft
Stadtbauten Bern

Architektur
Clémençon + Ernst
Architekten
Bern
Martin Gsteiger
Michel Plancherel

Kunst
Patricia Abt
Bremgarten

Baukosten
(BKP 1–9)
CHF 9,5 Mio.

Gebäudekosten
(BKP 2 / m)
CHF 270.–