Einfamilienhaus

Jetzt im Herbst lichtete sich der Vorhang und die grosse dunkle Buche gab den Blick auf die Stadt frei. Nun geniesst man wieder jeden Strahl, der ins Haus fällt, das viele Treppenstufen hoch am Hang über St. Gallen liegt. «Das Haus und der Baum sind im Entwurf gemeinsam erdacht. Hautnah steht das turmartige, sich selbst wie ein Baum nach oben ausweitende Volumen direkt an der gewaltigen Baumkrone», schreibt der Architekt Marcel Ferrier. Der Baum liess auf dem Grundstück nur wenig Bauland frei, weshalb der Architekt die Räume auf fünf Geschosse verteilte. Der dunkel eingefärbte Beton lässt das Haus in seine Umgebung einwachsen und grossflächig geschalte Betonwände verwischen die einzelnen Stockwerke und machen den Bau zu einer Skulptur. Im Innern öffnet sich ein zweigeschossiger Wohnraum mit seiner hohen Glasfront gegen die Baumkrone und holt sie als ständiger Gast ins Haus hinein. Auf der Galerie liegt der Essplatz mit der seitlich angelagerten Küche, aus der man einen prächtigen Seitenblick auf die Stadt geniesst. Über und unter dem zweigeschossigen Hauptraum sind die Schlafzimmer und Bäder und eine Dachterrasse mit Panoramablick verstaut. Der Aufstieg durchs Haus ist eine Promenade architecturale, doch ein Lift sorgt auch dafür, dass man nicht beim Treppensteigen ausser Atem gerät. WH
Im ersten Obergeschoss geht der Blick vom Essplatz durch die Küche auf die Sankt Galler Innenstadt.

Fotos: Anna-Tina Eberhard
Das Haus wendet sich zwar der grossen Buche zu, öffnet sich aber auch mit einer Glasfront gegen die Strasse.
Schnitt parallel zur Strasse: Das Eingangsgeschoss liegt in der Mitte. Ein Bücherregal verbindet das Erd- mit dem ersten Untergeschoss.
Einfamilienhaus
2005

Zwinglistrasse 49
St. Gallen

Bauherr
O. und Ch. Gmeiner
Walzenhausen

Architekt
Marcel Ferrier
St. Gallen