Kunstmuseum Stuttgart ©

Architektur: Hascher + Jehle Architekten Berlin ( Photo ©: Jürg Knuchel )

Der als "Kleiner Schlossplatz" bezeichnete Bereich - ursprünglich eine 1968 fertig gestellte Überdeckelung eines Verkehrsknotenpunktes - wurde seit Anfang der 80er Jahre, nachdem sich die Verkehrsplanung völlig überholt hatte, mehrfach überplant. Mit dem Neubau des Kunstmuseums Stuttgart, wurde die Chance für eine städtebauliche Aufwertung des wichtigsten zentralen Bereichs der Stuttgarter Innenstadt genutzt. In einem klassischen städtebaulichen Ansatz fassen und begrenzen die neuen, klaren Gebäudekanten Platz und Straßenräume.

Für das Kunstmuseum Stuttgart wollten die Architekten Hascher und Jehle nichts postmodern Schillerndes oder Aufdringliches entwerfen, das die künftige Nutzung des Baus in den Hintergrund drängt. Die gebürtigen Stuttgarter schufen vielmehr einen ruhigen, eleganten Baukörper, der eindeutig in unserer Zeit verankert ist. Denn der gesamte Schlossplatz - so der Ansatz - wird von Bauwerken unterschiedlichster Epochen begrenzt, die ihre jeweils eigene Sprache sprechen. Hascher Jehle entschlossen sich daher für einen architektonischen Solitär, der mit seiner Umgebung ein Ensemble bildet. Der Neubau ist bewusst etwas aus der Baufluchtlinie der Königstraße zurückgezogen. Dadurch entsteht ein Eingangsbereich vor dem Museum, der dem Ort Großzügigkeit verleiht und den Blick auf den Portikus des Königsbaus frei gibt. Zudem haben die Architekten in ihrem Entwurf darauf geachtet, weder das historische Bild (die Vedute des Kronprinzenpalais) noch den zwischenzeitlich dort gebauten Tunnel oder die allseits beliebte Treppe zu leugnen, sondern die Spuren der Vergangenheit konstruktiv in das neue Gebäude aufzunehmen.
Textauszug Homepage: Hascher+Jehle Architekten Berlin
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